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The world at risk – Global Risks Report 2018

Eigentlich schreiben wir auf diesen Blog eher über IT-Security. Wenn Sie hier mal wieder einen Artikel mit abgefahrensten, aktuellen technischen Thematiken erwarten – dann haben Sie definitiv Pech – erst wieder das nächste Mal. Diesmal dreht es sich um einen anderen Kontext, dem Global Risks Report des World Economic Forums (auch wenn dieser – was für eine Überraschung – auch das Kapitel Cyber Security beinhaltet, wir bleiben unserer Linie also doch irgendwie treu). Der Report wird jedes Jahr veröffentlicht und beschreibt die globale Risikolandschaft von Jahr zu Jahr um weltweite, katastrophale Risiken zu identifizieren, deren Verbindungen zu analysieren und aufzuzeigen, sowie mögliche Vorschläge für die Abschwächung des Risikopotentials und deren Folgen darzustellen. Den vollständigen Report finden Sie hier.

Doch welche Risiken sind tagtäglich auf globaler Ebene anzutreffen und welche bergen das größte Gefahrenpotential für Wirtschaft und Privatpersonen? Naturkatastrophen und extreme Wetterereignisse gehen ungeschlagen als Sieger hervor, welches auf der im Report erschienenen Risk Landscape abgebildet ist:

 

Abb. 1 – Global Risks Landscape, Global Risks Report 2018, World Economic Forum

 

Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich jedoch still und leise ein weiterer Kandidat in die oberen Ränge der Risikoskala eingeschlichen – Cyber Attacks bzw. Data Fraud/Theft. Die Auftrittswahrscheinlichkeit liegt an dritter und vierter Stelle, sozusagen an Nummer zwei neben den Umweltrisiken. Nur die Auswirkungen werden im Report eher im mittleren Bereich der Top 10 angesiedelt. Generell wandelten sich die Risikofaktoren in den letzten 10 Jahren von eher ökonomischen und finanziellen Gesichtspunkten zu Umwelt-, geopolitischen und gesellschaftlichen Aspekten, wie im Risks Evolution Table dargestellt:

 

Abb. 2 – Risks Evolution Table, Global Risks Report 2018, World Economic Forum

 

Die allgmeine Einschätzung der Risikofaktoren unterscheidet sich jedoch nach Region, z.B. sind Umweltkatastrophen wie Erdbeben, Vulkanausbrüche oder verheerende Stürme in Mitteleuropa unwahrscheinlicher als in Hurrikan-Regionen oder am pazifischen Feuergürtel.

Cyber-Krisen können so verheerend sein wie Naturkatastrophen

Aus meiner Sicht fehlt in der vorherigen Abbildung der technologische Aspekt von Cyberangriffen in den Jahren 2017 und 2018 im Bereich Impact. In Hochtechnologieländern kann ein erfolgreicher Cyberangriff auf kritische Infrastrukturen dieselben schwerwiegenden Auswirkungen auf die Bevölkerung und Unternehmen haben wie Umweltereignisse. Die Risiken und die Wahrscheinlichkeit von Cyberangriffen werden in den nächsten Jahren definitiv hoch bleiben, der Impact steigt. Durch die zunehmende Digitalisierung, der globalen Vernetzung und das Internet of Things  (IoT) wird unser Leben mehr und mehr von kleinen digitalen Computern beeinflusst, welche alle lohnende angreifbare Ziele darstellen. Man muss nur in Google nach entsprechenden, aus Security Sicht hirnrissigen Beispielen wie fest im Quellcode verankerte Standartpasswörter in IoT Geräten und den daraus resultierenden Botnetzen suchen, um eine ungefähre Vorstellung davon zu bekommen, was auf uns zukommt. Distributed Denial of Service (DDos)-Angriffe hangeln sich momentan gemessen am Traffic sowieso schon von Rekord zu Rekord, die Anzahl von IoT Devices hat die Anzahl der Weltbevölkerung schon weit überschritten – Tendenz steigend. Daher ist es nur eine Frage der Zeit bis die Auswirkungen dieser Entwicklungen bemerkbar werden und eine kontinuierlich steigende Bedrohung darstellen.

 

Abb.3 Anzahl IoT Devices verglichen mit Weltbevölkerung, reports.weforum.org

 

Steigende Kosten

Ebenfalls ist eine klare steigende Tendenz der Kosten durch Cyberangriffe und IT-Security Incidents zu erkennen. Eine 2017 von Accenture durchgeführte Studie von 254 Unternehmen aus sieben Ländern ermittelte die jährlichen Kosten der Reaktionen auf Cyberangriffe auf 11.7 Millionen Pfund, eine Steigerung von 27,4%!

Niemand kann sagen, in welchen Bereichen sich die Risiken in den nächsten Jahren verschieben oder neu entwickeln werden. Eventuell müssten wir uns alle an der eigenen Nase packen, um gesellschaftliche sowie umweltpolitische Risiken zu verhindern oder in den Griff zu bekommen. Eines ist für mich jedoch sicher – das Thema Cybersecurity wird für alle Beteiligten weiterhin ein wichtiges und herausforderndes Thema bleiben und in den zukünftigen Global Risks Reports des World Economic Forums eine führende Stelle als Risikofaktor einnehmen, gegen den es sich abzusichern gilt.

 


Links:

http://reports.weforum.org/global-risks-2018/global-risks-2018-fractures-fears-and-failures

https://www.weforum.org/reports/the-global-risks-report-2018

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Felix Möckel
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