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Kicking with Mickey: Company Kickoff 2018 in Disneyland

Donnerstag: Es geht los!

Flughafen München, Terminal 2. Ein eher schmächtiger Sicherheitsbeamter deutet mit missbilligendem Blick auf mein billiges Deo (Hausmarke einer großen deutschen Drogeriekette, ich fand es riecht hinreichend gut).

„Das müssen wir aber entsorgen!“ kommandiert er. Ich frage mich kurz, ob ihm der Duft nicht gefällt. Dann fällt mir ein: Die Flugsicherheit hat ja Angst vor Flüssigkeiten. Hatte ich garnicht mehr dran gedacht.

Ich sollte öfter fliegen.

Sofort fühle ich mich wieder sicherer. Das ist gut: schließlich bin ich unterwegs zum Jahres-Kickoff des größten (und besten) unabhängigen Security Dienstleisters Europas. Wir haben beschlossen, etwas Episches sei angebracht. Daher geben sich heute über fünfhundert Mitarbeiter von SecureLink aus ganz Europa ein Stelldichein im Disneyland Paris.

Alles klappt reibungslos und neunzig Minuten später durchbricht die Maschine die Wolkendecke und ich sehe zum ersten Mal diese Woche die Sonne. Ich sollte öfter fliegen.

Leider müssen wir zur Landung wieder runter in die Suppe. Paris im Frühling. Klingt schön, ist in der Realität aber ausbaufähig. Trotzdem lassen wir uns die Laune nicht verderben. Auch nicht, als wir im Tagungshotel nochmal durchleuchtet werden. Das Hotel selbst hat einen maritimen Neu-England-Flair, der mir ziemlich gut gefällt.

Der erste offizielle Programmpunkt ist ein „Welcome Mingle“, zu dem Bier, Wein und Softdrinks gereicht werden. Der erste inoffizielle Programmpunkt ergibt sich noch vorher, als ich die deutschen und (wenig überraschend) die englischen Kollegen in der gemütlichen Hotelbar sehe und mich spontan dazu geselle. Dazu werden ebenfalls Bier, Wein und Softdrinks gereicht. Ich genehmige mir einen echt leckeren Cidre und ein rustikales Baguette bevor ich mich ins Getümmel stürze, um meine Kolleginnen aus den Marketingabteilungen in ganz (Nord-)Europa zu knuddeln. Wirklich erstaunlich, wie familiär die Veranstaltung wirkt, obwohl sich fast alle zum ersten Mal sehen.

Freitag: Volles Programm

Der Freitag beginnt am sehr frühen Morgen, als der beste Zimmergenosse der Welt sich dezent hereinschleicht, ins Bett fällt und mucksmäuschenstill einschläft. Einige Stunden später mache ich mich auf zum Frühstück und erwarte gespannt den Auftakt zum offiziellen Teil des Kickoffs.

Wir werden mit einer inhaltlich wie technisch dramatischen Lasershow empfangen. Offenbar streben wir die Weltherrschaft an. Warum auch nicht. Unser Management wäre bestimmt besser qualifiziert als der große Donald.

Der kleine Donald (und auch Mickey Mouse) treiben sich auch immer wieder auf unseren Powerpoint-Folien herum. Dazwischen lernen wir, dass unsere Vision ist, Europa und später die ganze Welt sicher zu machen. Ein ambitioniertes Ziel, aber jetzt und hier scheint es tatsächlich machbar.

Aufgelockert werden die Präsentationen durch die kleinen Fun-Filme der einzelnen Länder. Ich warte gespannt darauf, wie unser Film ankommt. Immerhin haben sich mehr als fünfundvierzig Cubes dafür bereit erklärt, vor der Kamera zu singen. Unglaublich. Die Zuschauer sind hinreichend beeindruckt. Mein belgischer Nachbar grinst, knufft mich in die Seite und murmelt „That was you singing there, right?“ Dann kommt das Einhorn ins Bild, und es gibt kein Halten mehr. Zumindest der German Spass (™) scheint tatsächlich angekommen zu sein.

Ein weiteres Highlight ist der Vortrag des Fotografen Jimmy Nelson. Er stellt sich als ein etwas nervöses Kerlchen heraus, das viel Zeit damit verbringt, indigene Völker zu fotografieren. Der Vortrag ist zwar ohne Sicherheit, aber mit Sicherheit interessant.

In der Country-Session erfahren wir endlich, warum das Management (insbesondere mein Lieblings-CEO) so gut drauf ist: Wir haben richtig gut abgeschlossen letztes Jahr. Ein super Einstand für die Aufnahme in die SecureLink Familie. Damit können wir fröhlichen Gemüts den Wechsel von iT-CUBE zu SecureLink Germany in Angriff nehmen! Auch wenn einige von uns im Herzen Cubes bleiben werden.

Wir landen nach der irgendwie obligatorischen Tour durch den Andenkenladen wieder in der Hotelbar (wo ich unter anderem auch die Engländer wieder treffe, ich bin wieder nicht überrascht). Wirklich nette Kollegen, mit denen man sich gepflegt unterhalten (und herzlich lachen) kann. Mir wird klar: Wir füllen perfekt die Lücke zwischen den Holländern und den Schweden in der Bar. Ich denke, wir werden auch verdammt gute Linker sein, wenn die Zeit gekommen ist.

Abends: Party on, Dude!

Mit diesen guten Neuigkeiten im Rücken geht’s ins Disneyland (Nach einer weiteren gründlichen Sicherheitskontrolle natürlich). Wir haben exklusiven Zugang zu ganzen drei Attraktionen: Den „Finde-den-Fisch-im-Strudel-Turtlecoaster“, den, sagen wir mal „Aerosmith- vom-Hocker-Rocker“ und den „Horror-Hotel-Magen-dreh-schnell“. Bei Letzterem handelt es sich um einen Free Fall Tower aus der Twilight Zone. Alles ziemlich cool, und es ist sehr angenehm, nicht anstehen zu müssen.

Nachdem wir tüchtig durchgeschüttelt sind (ich sollte vielleicht öfter fliegen) geht’s weiter zum Essen. Kleine, leckere Buffet-Häppchen in Filmstudio-Atmosphäre. Finde ich prima.

Zuerst wundere ich mich etwas, warum es keine Sitzgelegenheiten gibt. Dann fängt der DJ an zu rocken und mir wird klar, wohin das führt. Wir rocken also mit, unter X-Wing und Tie Fighter (in Originalgröße!) und wedeln mit Leuchtstäben bis wir spät in der Nacht wieder in Richtung Hotel wanken (ohne weitere Sicherheitskontrolle, warum nur?).

Samstag, 13.01.2018

Nachdem alle den richtigen Bus gefunden haben, machen wir uns auf in Richtung Heimat. Highlight ist natürlich wieder der Flug über den Wolken, der es mir erneut erlaubt, ein wenig Höhensonne zu genießen. Ich sollte öfter fliegen.

Prinzipiell sind wir jetzt ein internationaler Konzern. Die Zeiten des freien, Inhabergeführten Kleinunternehmens sind endgültig vorbei. Konzern: das klingt so anonym, nach Schreibtischjob ohne Kontakt zur nächsten Abteilung. Aber so ist es nicht. Die SecureLinker sind nach diesem Wochenende nicht mehr eine gesichtslose Masse für mich. Irgendwie kommt mir die Firma jetzt erst real vor. Und nachdem ich das Vergnügen hatte, mit vielen unserer neuen Kollegen zu sprechen, kann ich eines ganz klar sagen: Sind auch alles Menschen.

Klingt banal.

Aber jeder Einzelne, den ich getroffen habe, könnte auch problemlos bei uns arbeiten. Und das ist schon viel wert. Denn – technisch gesehen – tun sie das bereits.

 


Bild: ©Pixabay/Pexels

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